Paar bereitet sich in heller Küche mit frischem Gemüse bewusst auf die Schwangerschaft vor

Entgiften vor der Schwangerschaft: sanft und bewusst

July 06, 20267 min read

Entgiften vor der Schwangerschaft: warum die Nestreinigung vor die Empfängnis gehört

Hey du, schön, dass du da bist.

Vielleicht hast du diesen Satz schon gehört. „Entgiften? Das macht der Körper doch von allein.“

Da ist etwas dran. Dein Körper ist ein kluges System. Er entgiftet jede Sekunde, ganz ohne Kur.

Und trotzdem lohnt sich beim Thema Entgiften vor der Schwangerschaft ein genauer Blick. Denn die Zeit vor der Empfängnis ist kostbar. Hier könnt ihr eine alte Last loswerden, bevor neues Leben beginnt.

Heute schauen wir das in Ruhe an. Was wirklich dahintersteckt, was übertrieben ist, und was ihr als Paar leicht umsetzen könnt.

Warum Entgiften vor der Schwangerschaft überhaupt ein Thema ist

Wir leben heute nicht mehr ganz artgerecht. Unsere Umwelt bringt Stoffe mit, die es früher so nicht gab.

Als ich mich in meiner Ausbildung tiefer mit Umweltmedizin beschäftigt habe, hat mich eines überrascht. Wie viel über den ganz normalen Alltag zusammenkommt.

Gemeint sind Umweltgifte. Das klingt gross, heisst aber übersetzt: Reste von Pestiziden auf dem Essen, Schwermetalle wie Blei oder Cadmium, Stoffe aus Plastik, Abgase in der Luft.

Dein Körper trägt davon eine gewisse Menge mit sich. Das ist normal und erst einmal kein Grund zur Sorge.

Nur: Eine hohe Belastung kann stille Entzündungen fördern und sogenannten oxidativen Stress, also Zellstress. Beides ist nach aktuellem Forschungsstand ungünstig für die Eizelle und auch für die Spermien.

Es gibt noch einen Zusammenhang, der beim Kinderwunsch zählt. Deine Leber baut auch Hormone mit ab, zum Beispiel Östrogen. Läuft die Entgiftung rund, bleibt auch das hormonelle Gleichgewicht eher stabil.

Und es gibt einen Punkt, der mich besonders berührt. Manche Schwermetalle, zum Beispiel Cadmium, können die Plazenta passieren. Das heisst, sie können während der Schwangerschaft zum Kind gelangen.
Studie zum plazentaren Cadmium-Transfer von Mutter zu Fetus, Dong et al. 2023

Deshalb ist die Zeit bevor ein Kind gezeugt wird so wertvoll. Die Massnahmen welche jetzt getätigt werden, schützen später. Wie ihr ausserdem gezielt die Eizellqualität stärkt, liest du hier: „Blogbeitrag: Eizellqualität verbessern: das 90-Tage-Fenster“.

Brauche ich überhaupt eine Entgiftung?

Eine ehrliche Frage vorweg. Ja! Wichtig dabei ist wie du es angehst. Entgiftung ist nicht nur 3 Tage Suppe essen. Das geht viel tiefer!

Manche Stimmen sagen: Ein gesunder Körper scheidet seine Reste sowieso aus. Da ist etwas Wahres dran. Nur, kann er die Menge an Giftstoffen ausscheiden, die er täglich einnimmt? Bewusst oder unbewusst?

Schau einfach mal hin.
-Lebt ihr mitten in der Stadt, an einer viel befahrenen Strasse?
-Esst ihr oft Verarbeitetes,
-Trinkt aus Plastik, schlaft wenig?
-Nehmt ihr regelmässig Medikamente?

Je mehr davon zutrifft, desto mehr lohnt sich eine Entlastung des Körpers noch bevor darin ein Kind einzieht.
Bzw, noch bevor die Eizelle und das Spermium neues Leben gründen.
Je weniger, desto eher reicht es, den Körper im Alltag einfach gut zu unterstützen.

Es geht also nicht nur um eine Kur für alle. Es geht um den ehrlichen Blick auf euer Leben.

Dein Körper entgiftet längst, in drei Phasen

Gemüse liegend an der Fensterbank
Ruhiges Stilleben am Fenster

Dein Körper hat ein eigenes Entgiftungssystem. Es arbeitet in drei Schritten.

Phase eins: Die Leber wandelt ein Gift in eine Zwischenform um.
Phase zwei: Der Körper verpackt es so, dass es wasserlöslich wird.
Phase drei: Es verlässt den Körper, über Darm, Niere und Galle, Haut und Lunge.

Das klingt technisch, heisst aber übersetzt: Dein Körper holt Schadstoffe aus dem Gewebe, macht sie unschädlich und scheidet sie aus. Tag für Tag.

Wichtig dabei ist ein gesunder Darm.
Leber und Darm arbeiten als Team.
Stockt der Darm, wandert manches zurück, statt hinauszugehen.

Auch Ballaststoffe spielen mit. Sie binden im Darm, was hinaus soll, und nehmen es mit.
Deshalb ist eine pflanzenreiche Ernährung so eine stille Hilfe.

Und noch etwas. Menschen entgiften unterschiedlich gut. Das hängt auch von den Genen ab. Die einen bauen Stoffe flott ab, andere langsamer. Du musst deine Gene dafür nicht kennen, um zu starten.
Es hilft nur zu wissen: Unterstützung tut dem System gut.

Warum vor und nicht während der Schwangerschaft

Hier kommt der wichtigste Gedanke.

Viele Schadstoffe sitzen im Fett- und Bindegewebe. Wenn der Körper sie löst, wandern sie durchs Blut, bevor sie draussen sind.

In der Schwangerschaft würden sie auf diesem Weg auch das Kind erreichen können. Genau das wollen wir vermeiden.

Deshalb gehört eine gezielte Entlastung in die Zeit VOR der Empfängnis. Ein guter Rahmen sind drei, besser sechs Monate vorher. So hat der Körper Zeit, in Ruhe aufzuräumen.

Auch deshalb ist Eile fehl am Platz. Wer früh anfängt, gibt dem Körper Spielraum und muss nichts überstürzen.

Und eines bleibt fest: In der Schwangerschaft selbst wird nicht entgiftet. Keine Kuren, kein Fasten. Dann geht es um Versorgung, nicht um Entlastung.

Was ihr als Paar in den Monaten davor tun könnt

verliebtes Paar macht einen Abendspaziergang in der Natur
gemeinsamer Abendspaziergang

Jetzt wird es praktisch. Es geht um zwei Bewegungen. Weniger hereinlassen. Und den Körper bei seiner Arbeit unterstützen.

Sucht euch ein bis zwei Dinge aus, die sich für euch leicht anfühlen. Nicht alles auf einmal.

•Weniger Umweltgifte: Wo möglich Bio, weniger Plastik bei Essen und Trinken, regelmässig lüften.

•Gutes Wasser: sauberes Trinkwasser, lieber aus Glas als aus der warmen Plastikflasche.

•Den Darm füttern: viel Gemüse, gern Kreuzblütler wie Brokkoli, genug Ballaststoffe, ausreichend trinken. So läuft die Ausscheidung rund.

•Sanft in Bewegung kommen: regelmässige Spaziergänge, leichtes Schwitzen. Das bringt den Kreislauf in Schwung.

•Schlaf und Ruhe: In der Nacht repariert und entlastet dein Körper. Feste Zeiten helfen.

Ein Punkt wird oft übersehen. Körperpflege und Kosmetik. Auch darüber nimmt dein Körper täglich Stoffe auf. Ein Blick auf einfache, klare Produkte lohnt sich.

Und bitte sanft. Keine harten Saftkuren, kein Hungern, keine Schock-Programme. Dein Körper mag Stetigkeit lieber als Strenge.

Das Schöne daran. Das macht ihr gemeinsam. Wenn Daniel beim Einkauf, beim Spaziergang und beim früheren Schlafengehen mitzieht, wird aus einer Aufgabe ein gemeinsamer Weg. Auch seine Spermien danken es ihm.

Eine Teilnehmerin, Roxana, hat es einmal so gesagt: „Besonders freue ich mich auf das gemeinsame Entgiften, das bald startet.“ Genau diese Vorfreude wünsche ich euch auch. Vorbereitung darf sich leicht anfühlen.

Häufige Fragen zum Entgiften vor der Schwangerschaft

Ist Entgiften vor der Schwangerschaft sinnvoll?

Eine sanfte Entlastung kann sinnvoll sein, vor allem bei höherer Belastung durch Stadt, Beruf oder Ernährung. Dein Körper entgiftet zwar selbst. Du kannst ihn aber gut unterstützen. Wichtig ist, es ruhig anzugehen und vor der Empfängnis, nicht in der Schwangerschaft.

Wann sollte ich mit dem Entgiften beginnen?

Plane rund drei, besser sechs Monate vor dem geplanten Zeitpunkt der Zeugung ein. So hat dein Körper Zeit, Schadstoffe in Ruhe auszuscheiden, bevor neues Leben beginnt.

Darf ich in der Schwangerschaft entgiften?

Nein. In der Schwangerschaft werden keine Entgiftungskuren gemacht. Gelöste Schadstoffe könnten über das Blut zum Kind gelangen. Dann geht es um gute Versorgung, nicht um Entlastung.

Wie kann ich sanft entgiften?

Über den Alltag. Weniger Umweltgifte hereinlassen, viel Gemüse und Ballaststoffe essen, genug trinken, dich regelmässig bewegen und gut schlafen. Diese kleinen Hebel unterstützen deine Leber und deinen Darm, ganz ohne harte Kur.

Was kann mein Partner beitragen?

Sehr viel. Auch Spermien reifen über rund 70 bis 90 Tage neu. Dieselben Schritte gelten: weniger Gifte, gute Ernährung, Bewegung, Schlaf. Gemeinsam fällt das Dranbleiben leichter.

Fazit: dein Körper kann das schon

Entgiften vor der Schwangerschaft ist kein Grossprojekt und keine Wunderkur. Dein Körper räumt längst auf. Du gibst ihm vorher etwas Zeit und weniger Last.

Fang nicht bei allem an. Fang bei einem an. Ein Korb Bio-Gemüse mehr, eine Plastikflasche weniger, ein Abendspaziergang zu zweit.

Du bist von Natur aus fähig, ein Kind zu zeugen. Mit dieser bewussten Vorbereitung schaffst du gute Bedingungen für euer Wunschkind.

Wenn ihr euch dabei Begleitung wünscht, Schritt für Schritt und als Team, dann schaut gern bei Zukunftskind vorbei. www.zukunftskind.com/angebot

Von Herzen, Priska

Über die Autorin

Geschrieben von Priska Ritter, Fachbegleiterin für bewusste Schwangerschaftsvorbereitung. Ihr Hintergrund: Pflegefachfrau mit langjähriger Erfahrung, Gesundheitscoach, Bewegungspädagogin, Aromatherapeutin und Schmerzspezialistin. Sie verbindet Wissen aus Prävention, Epigenetik und Beziehungspsychologie mit einer respektvollen, druckfreien Haltung. Mehr über Priska: „Über Priska Ritter“.

Priska Ritter

Priska Ritter

Priska Ritter ist Gesundheitscoach mit Fokus auf Epigenetik und begleitet Menschen ganzheitlich auf ihrem Weg zu mehr Vitalität. Ihr Schwerpunkt liegt auf bewusster Schwangerschaftsvorbereitung und nachhaltiger Gesundheit.

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